Neues von der IBM Digital Business Automation (DBA) Plattform

Erstellt von Andreas Forth, Vorstand & COO, agentbase AG
Andreas Forth, Vorstand & COO, agentbase AG

Als ich vor drei Wochen auf der IBM Fast Start 2.0 Veranstaltung in Madrid war, hat IBM zwei sehr interessante Entwicklungen für die DBA Plattform präsentiert, die ich in meinem Blog gerne kurz mit Ihnen teilen möchte.


Es wurde die Idee bzw. ein erster Prototyp für einen Solution Builder für die DBA Plattform vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Low-Code Umgebung, mit der Business Anwendungen für die DBA Plattform erstellt werden können.

 

 

Somit hat auch IBM die Zeichen der Zeit erkannt und adressiert mit dem Solution Builder den sog. Business Developer. Neben den mächtigen und manchmal auch zugegebenermaßen etwas komplexen Entwicklerwerkzeugen, stehen dem Business Developer nun auch „smartere“ und einfacher zu bedienende Werkzeuge zur Verfügung.


Der Fokus liegt dabei auf dem konfigurieren von Anwendungen und weniger auf dem programmieren von eben diesen.
Das Business Automation Studio wird aus mehreren Komponenten bestehen:

  • Studio – Entwicklungsumgebung mit unterschiedlichen Möglichkeiten für verschiedene Benutzergruppen
  • App Designer – Ein Low Code Apllication Builder
  • App Engine – Laufzeit- und Verwaltungsumgebung für die Applikationen, die im App Designer erstellt worden sind
  • Templates und Toolkits – Die Templates sind dabei als Anwendungsmuster oder Vorlagen zu verstehen. Die Toolkits stellen die Komponenten einer Anwendung, also das User Interface, die Ansichten, die möglichen Aktionen und das Datenmodell, zur Verfügung
  • Daneben wird es noch den sog. Business Automation Navigator geben. Das ist die Repräsentanz mit der der Endanwender an seinem Desktop arbeiten wird.

Warum geht IBM diesen Weg?

Aus meiner Sicht hat das mehrere Gründe:

  • Erschließung neuer Benutzergruppen: Neben den Entwicklern, die die mächtigen und komplexen Entwicklungswerkzeuge nutzen, sollen auch die sog. Citizen Developer mit ins Boot geholt werden. Diese sollen in die Lage versetzt werden durch „zusammenstöpseln“ von Funktionsbausteinen, schnell für den jeweiligen Bereich relevant Applikationen zu erstellen.
  • Positionierung gegen andere DBA-Plattformen: Wenn man sich die Positionierung und das Marketing anderer Plattformen ansieht, so wird man sehr schnell feststellen, dass diese oftmals eine Komponente anbieten, mit der auch der Nichtentwickler „mal eben“ einen Prozess oder einen Entscheidungsbaum zusammenklicken kann. In diesem Bereich war IBM in der Vergangenheit mit seinen Modellierungswerkzeugen nicht besonders gut aufgestellt.
  • Reduzierung der Komplexität: Wenn Sie sich das obige Schaubild noch einmal anschauen, dann werden Sie feststellen, dass selbst für einen versierten Prozessentwickler oder für einen Decission-Designer, die Mächtigkeit und die vielfältigen Möglichkeiten der DBA Plattform nicht ohne weiteres zu beherrschen sind. Also wendet sich der Solution Builder auch an diese Zielgruppe.

 

Stellt sich IBM mit dem Solution Builder gegen andere Low-Code Plattformen wie z.B. Mendix, Kony oder OutSystems auf?

Diese von uns in der Veranstaltung gestellte Frage wurde von den IBM Mitarbeitern ganz klar verneint. Sie wollen neue Möglichkeiten im Bereich Low-Code für die DBA-Plattform schaffen, aber keine komplette Plattform mit allen dazu notwendigen Komponenten entwickeln.

In welchem Stadium steht der Solution Builder?

Uns wurde gesagt, dass wir als Partner Zugriff auf den Solution Builder bekommen können. Er befindet sich jedoch noch in der Beta Phase – aber die Möglichkeit hätten wir. Ich kann Sie also nur einladen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, sprechen Sie mich bitte einfach an.


Damit bin ich am Ende meines heutigen Blogs angelangt.
Der Aufmerksame Leser wird sich fragen: „ Hatte er nicht von zwei interessanten Entwicklungen gesprochen?“ – Gut aufgepasst! Ja, das habe ich. Aber da dieser Blogbeitrag wider erwarten schon recht lang geworden ist, hebe ich mir das andere interessante Thema einfach für meinen nächsten Blogbeitrag auf ;-). So viel sei schon mal verraten, es geht um die Nutzung von KI in Prozessen - das wird sehr spannend, weil in Prozessen eine Unmenge an Daten generiert werden, die geschickt genutzt, sehr interessante Einblicke in die Geschäftsprozesse geben können. Ich hoffe Sie werden wieder mit dabei sein.